Industriedach – neue Entwicklungen und Tendenzen

  • September 201720/09/17

Ein Dach gewährleistet bei allen Gebäuden in erster Linie den Abschluss des Bauwerks nach oben. Damit ist die Bedachung – neben einer Gebäudeaussteifung – vorwiegend eine Abdichtung gegen Witterungseinflüsse, die z.B. auch eine geregelte Ableitung von Niederschlagswasser ermöglichen muss.

Ergänzend kommen insbesondere im Industriebau weitere Aufgaben für die Dachkonstruktion hinzu wie Aufstellmöglichkeiten für Lüftungs- und Kühltechnik, Photovoltaik-, bzw. Solaranlagen.

Um einer zunehmenden Versiegelung der Landschaft entgegen zu wirken, werden Flachdächer außerdem seit einigen Jahren häufig begrünt.

Heutzutage sind bei der Dimensionierung eines Daches darüber hinaus auch mögliche Einflüsse aus den Effekten der Klimaerwärmung zu berücksichtigen. Dazu zählen der Ansatz durchweg höherer Sommertemperaturen sowie Beachtung der Belastungen der Konstruktion aus Starkregen, Hagel und Schnee. Demzufolge stellt heute auch die Perforationssicherheit einen bedeutenden Faktor für die Leistungsfähigkeit eines Daches dar.

Die Grundkonstruktion heutiger Flachdächer im Hallenbau greift i.d.R. auf das breite Angebot an tragfähigen und gut zu verarbeitenden Stahltrapezblechen zurück. Dabei ist die häufig in Form verschweißter Bitumendachbahnen ausgeführte Dampfsperre unbedingt auch zusätzlich zur bereits vorhandenen Sperrwirkung der Trapezbleche vorzusehen.

Die erforderliche Schichtdicke der Wärmedämmung ergibt sich aus den Vorgaben der jeweils gültigen Fassung der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) sowie aus den Festlegungen der erforderlichen Trittfestigkeit und Biegesteifigkeit, die herrühren aus der Begehbarkeit des Daches sowie dessen Widerstand gegen Winddruck- und Sogwirkungen sowie gegen Schwingungen der Dachkonstruktion.

Bei Größenordnungen oberhalb von 2.500 m² für die gesamte Dachfläche oder für einzelne Brandabschnitte muss die Ausbreitung eines Brandes über Dach behindert werden.

Hinweise für die Ausbildung der Dachoberfläche (z.B. zu Kiesstreifen an Dachdurchdringungen) liefert die Industriebaurichtlinie in der für das jeweilige Bundesland geltenden Fassung.

Äußere Einflüsse auf die Dachkonstruktion, wie Witterung und mechanische Beanspruchungen, müssen durch eine zweckmäßige Form der Abdichtung aufgefangen werden. Dies betrifft insbesondere auch die Detailplanung aller Dachdurchdringungen.

Die Entwässerung der häufig mehrere 10.000 m² umfassenden Dachflächen muss in der Lage sein, kurzfristig bis zu mehreren Dutzend Kubikmetern an Niederschlagswasser sicher in die Kanalisation abzuleiten. Die Einplanung von Notüberläufen ist für die Standsicherheit der Konstruktion unerlässlich.

Nachhaltiges Bauen unter Berücksichtigung einer extensiven Dachbegrünung verlangt eine umfangreiche Vorplanung, um alle Vorteile eines Gründachs zum Tragen zu bringen. Dies kann sich auch in der Nutzung staatlicher Förderprogramme niederschlagen. Vorteile eines Gründachs sind u.U. eine Verminderung der Heizkosten, bzw. der Kühllasten sowie der Schutz der Abdichtung vor UV-Strahlung und Versprödung aufgrund von Witterungseinflüssen.


Das Ingenieurbüro IBH kann Sie bereits in einer frühen Planungsphase bei der Vorauswahl verschiedener Dachkonstruktionen beraten und Ihnen dabei behilflich sein, unzweckmäßige Forderungen zu vermeiden und Ihnen auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene kostengünstige Varianten der Bedachung aufzeigen.



Quellen:

www.derdichtebau.de

www.die-kunststoffdachbahn.de

www.mogat-werke.de

www.industriebau-online.de



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